Gutsanlage Diepensee
Bauhistorische Kurzuntersuchung und Dokumentation
Die Gutsanlage Diepensee bestand neben dem eigentlichen Gutshaus in ihrer historischen Bausubstanz aus zwei langgestreckten Stallgebäuden, einer Brennerei und dem Verwalterhaus.
Im Rahmen des Ausbaus des Flughafens Berlin-Schönefeld kam es zum Abriss der Ortslage Diepensse, deren denkmalgeschützte Gutsanlage 2004 abrißvorbereitend und abrißbegleitend dokumentiert wurde.
Für die Dokumentation wurden Bestandspläne als Systemaufmaß im Maßstab 1:100 sowie eine Fotodokumentation erstellt. Die Gebäude wurden auswahlweise fotografisch erfaßt, wobei der Schwerpunkt auf die bauhistorisch relevanten Bauteile bzw. Befunde gelegt wurde.
Gutshaus Beim dem zuletzt als Kinderthort genutzten Gutshaus handelte es sich um ein unterkellertes, zweigeschossiges Gebäude mit Walmdach, das einen älteren Vorgängerbau beinhaltete. Die weitgehend symmetrische Hauptfassade nach Nordwesten mit leicht hervorgehobenem Mittelrisalit war in sieben Achsen gegliedert und in der Mittelachse erschlossen. Im Südwesten befand sich ein eingeschossiger, unterkellerter Saalanbau, im Nordosten ein weiterer, eingeschossiger und unterkellerter Anbau. Die neunachsige Gartenfassade nach Südwesten besaß ebenfalls einen Mittelrisalit mit vorgelagerter Terrasse. Die Fassaden waren mit einem grauen, sehr rauen Zementputz aus der 2. Hälfte 20. Jh. verputzt, die Fenster wurden in der zweiten Hälfte des 20. Jh. vollständig ausgetauscht. Der Grundriss war dreizonig gegliedert mit einer sehr tiefen Mittelzone, die zwei Treppenhäuser und einige Nebenräume aufnahm.
Nordwestlicher Stall Das langgestreckte Stallgebäude mit zweigeschossigen Kopfbauten wurde aus nur grob bearbeiteten Feldsteinen errichtet. Die Pilaster an den Gebäudeecken sowie an den Übergangen von Mittelbau zu den Kopfbauten sowie die Einfassungen von Fenster- und Türöffnungen waren in Backsteinen gemauert. Die Kopfbauten wurden zu Wohnzwecken genutzt, sie enthielten jeweils zwei bescheidene Wohnungen wohl für Landarbeiter. Nach einer Gravur auf einem Feldstein lässt sich das Gebäude auf das Jahr 1833 datieren.
Südöstlicher Stall
In der Ausdehnung entspracht dieses Gebäude dem nordwestlichen Stallgebäude und bildete zusammen mit diesem und dem Gutsgebäude eine streng achsensymmetrische Anlage. Im Gegensatz zum nordwestlichen Stall besaß der südwestliche ursprünglich keinen Kopfbau und wurde als reiner Feld- bzw. Bruchsteinbau ohne Gliederungselemente aus Backsteinen errichtet. In einer späteren Umbauphase wurde der südwestliche Bereich zu einem zweigeschossigen Kopfbau verändert, analog zum südöstlichen Kopfbau des nordöstlichen Stalles mit zwei getrennt erschlossenen kleinen Wohnungen im EG und DG. Die Gliederungselemente und Öffnungseinfassungen aus Backstein sind dieser Bauphase zuzuordnen. Stilistisch entsprechen diese Backstein-Elemente der Bauweise des Verwaltergebäudes, weshalb diese Umbauphase zeitlich mit der Errichtung des Verwaltergebäudes gleichgesetzt werden kann.
Verwaltergebäude Südwestlich der eigentlichen Gutsanlage vorgelagert befand sich das sogenannte Verwalter-Gebäude. Es handelte sich um einen langrechteckigen, unterkellerten, eingeschossigen Backsteinbau mit Satteldach.Die Straßenfassade mit insgesamt sieben Fensterachsen war durch einen Mittelrisalit gegliedert.
Brennerei
Nördlich des Verwaltergebäudes stand die sogenannte Brennerei und bildete zusammen mit diesem eine Torsituation für die Gutsanlage. Der Backsteinbau bestand aus vier Bauvolumen, zwei größeren, zweigeschossigen Bauteilen unter jeweils eigenen Satteldächern gliederte sich im Süden ein mächtiger Kamin auf quadratischem Grundriss und im Osten ein zwerchhausähnlicher Anbau an. Später wurden verschiedene Anbauten hinzugefügt. Später sind verschiedene Anbauten vor. Allem im Süden und Osten hinzugekommen.
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