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Rheinsberg, Grotte der Egeria - 2004

Die 1790 errichtete Egeriagrotte liegt am nordwestlichen Ende der Querallee des Rheinsberger Parks, wobei der Grottenraum exakt auf ihre Flucht ausgerichtet ist. Sie bildet parkgestalterisch einen wichtigen Orientierungspunkt auf dem Weg vom Gartensalon in Richtung der Terrassenanlage, der ehemals noch in stärkerem Maße durch das etwa fünf Meter hohe Gewölbe der Grotte und den einige Meter höher im Gelände gelegenen Bacchustempel hervorgehoben war. Motivisch sowie inhaltlich bildet sie den Abschluß dieser Achse und ist ein wichtiges Zeugnis der Gartenbaukunst der spätbarocken Gartenbaukunst.

Im Sommer des Jahres 2004 wurde die Egeriagrotte in Rheinsberg durch unser Büro im Auftrag der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten sanierungsvorbereitend vermessen, untersucht, in Zusammenarbeit mit dem Archäologiebüro Dressler zu Teilen archäologisch ergraben und dokumentiert.

Unsere Tätigkeiten an der Egeriagrotte umfassten drei, teilweise ineinander verflochtene Aufgabenschwerpunkte:

Die zeichnerische Bestandserfassung der Grotte umfasste die Erstellung eines Grundrisses und unterschiedlicher Detailschnitte als Grundlage für statische Berechnungen. Parallel hierzu wurden von der gartenzugewandten Seite Meßbilder erstellt und auf ihrer Grundlage eine Abwicklung der unterschiedlichen Wandkompartimente als Strichzeichnung erstellt. die als Kartierungsgrundlage dienen. Der Darstellungsmaßstab beträgt 1:25, die vereinbarte Genauigkeit entspricht der Stufe IV nach Eckstein/Gromer.

In die Planunterlagen wurden wichtige Befunde eingetragen, die eine bauhistorische Bewertung des Gebäudes und seiner Veränderungen erleichtern. Die Kartierung wurde durch eine Fotodokumentation ergänzt, in der die einzelnen Befunde näher erläutert werden.

In Zusammenarbeit mit dem Archäologiebüro Dressler wurde das nähere Umfeld der Egeriagrotte untersucht. Hierbei konnten die Fundamente eines einstigen oberhalb der Grotte gelegenen Bacchustempels freigelegt, der Verlauf der ehemaligen Uferlinie des Grottenteichs nachgewiesen und die Lage zweier ehemaliger Holzstege belegt werden. Die im Rahmen der archäologischen Untersuchung angefertigten Schnitte sind durch uns in den Lageplan des Schloßparkes Rheinsberg eingemessen worden, so daß ihre Lage zueinander und zum Gesamtensemble nachvollziehbar ist und die Grundlage für zukünftige Planungen bilden kann.

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