Franziskanerkloster Zeitz
Das am Südrand der Zeitzer Altstadt gelegene ehemalige Franziskanerkloster dessen Ursprung auf etwa die Mitte des 13.Jh.s zurückgeht, gehört zu den am besten erhaltenen Klosteranlagen Sachsen-Anhalts. Trotz seines erstaunlich homogenen aus dem Mittelalter überlieferten Baubestand sind die Baulichkeiten bisher kaum einer weiteren Fachöffentlichkeit bekannt und auch nur in geringem Umfang Gegenstand der regionalen Forschung.
Im Jahr 2001 wurde die Anlage durch uns aufgemessen und bauhistorisch untersucht. Das Aufmass erfolgte dabei als händisches Aufmass der Genauigkeitsstufe III nach Eckstein/Gromer und wurde nachträglich digitalisiert.
Seit 2002 sind wir an der Anlage baubegleitend tätig. Im Verlauf der Untersuchungen gelang es, die wesentlichen Bauphasen des Klosters und der Klosterkirche zu ermitteln und eine sehr differenzierte Baugeschichte der einzelnen Bauteile zu erarbeiten, deren gewonnenen Ergebnisse durch eine umfangreiche dendrochronologische Untersuchung an feste Daten angebunden werden konnte.
Die Baugeschichte des Klosters beginnt mit den sechs westlichen Langhausjochen, Die Kirche wurde dabei als einschiffige Halle in Bruchsteinmauerwerk homogenen Charakters errichtet. Der bauzeitlich Chor dürfte rechteckig geschlossen gewesen sein, jedoch steht hierzu noch eine archäologische Untersuchung aus. Zu Beginn des 14.Jahrhunderts wird der Chor vergrößert und erhält seine heutige Form mit polygonal gebrochener Chorapsis.
Die Bauten der Klausur sind nachträglich an das Kirchegebäude herangeführt, in sich aber einheitlich zweigeschossig aufgeführt worden. Von der mittelalterlichen Zellenstruktur haben sich trotz vielfältiger nachträglicher Veränderungen noch einige Türöffnungen zu den ehemaligen Mönchszellen erhalten.
Im 15.Jahrhundert werden die Kreuzgänge eingewölbt, zu Beginn des 16.Jahrhunderst die Dächer nahezu vollständig erneuert und sind bis heute erhalten.
Die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen sind in einem Aufsatz zusammengefasst und 2007 in einem Sammelband zur Bauforschung in Sachsen-Anhalt publiziert worden.
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